Verfasst von: André J. Spang (@Tastenspieler) | 13. Januar 2010

JazzHausSchule: Das Musikprojekt

Seit dem Jahr 2004/05 führe ich an der Kaiserin Augusta Schule ein Musikprojekt in Kooperation mit der Offenen Jazz Haus Schule Köln durch, die sogenannte „Klassenband“.

Im Projekt geht es um “Musik machen” im Kontext des bandorientierten Musizierens. “Musik machen” ist in und das nicht nur nicht nur in den Probekellern der zahlreichen Rock-, Pop- und Jazzgruppen. Auch in den Schulen und hier besonders im Musikunterricht hat sich hier eine neue Methodik etabliert. „Klassenmusizieren“ ist das Schlagwort, das die musikdidaktische Diskussion seit geraumer Zeit prägt.

Die erzieherischen Aufgaben der Schule und damit zusammenhängende  wissenschaftliche Forschungen kommen immer stärker ins Blickfeld. Seit einer Langzeitstudie von Professor Bastian an 7 Berliner Grundschulen über die Wirkungen von Musik und Musizieren auf die Entwicklung 6-12-jähriger gibt es keine Zweifel mehr: Musik und Musizieren bereichern die Lebensqualität unserer Kinder. Bastians Studie stützt sich dabei vor allem auf die Auswirkungen der erweiterten Musikerziehung (Musikunterricht, Instrumental- und Ensemblespiel).

Hierdurch werden sowohl die allgemeinen Grundbedingungen des Lernens (Konzentrationsfähigkeit, Motivation, positives Gruppenklima und Sozialverhalten) als auch die Leistungsfähigkeit in den anderen Fächern nachhaltig positiv stark beeinflusst.

Musikmachen ist die fundamentale musikalische Handlungsweise. Sie stellt ein menschliches Grundbedürfnis dar, eröffnet elementare Gestaltungsmöglichkeiten, hat positive Einflüsse auf die Persönlichkeitsstruktur und bildet eine wesentliche Basis für ein weitreichendes Musikverständnis.

Details:

Einige Angaben zur kooperierenden Schule und Musikschule:

Zur Schule: Die Kaiserin Augusta Schule ist ein innerstädtisches Gymnasium in der Kölner Südstadt für Mädchen und Jungen. Das Schulprofil legt den Schwerpunkt auf Französich als erste Fremdsprache und auf das Fach Kunst und Medienerziehung. Die Schülerzahl lag zu Beginn des Projekts etwa bei 850 Schülern (mittlerweile sind es rund 1000) und die Klassen werden vierzügig bis zur 10 Klasse geführt. Die Schule hat kein besonderes Profil im Bereich Musik, ist also kein “Musikgymnasium”.

Zur Musikschule: Die OffeneJazzHausschule Köln stellt eine Musikschule dar, die sich besonders auf den Bereich der Populären Musik und des Jazz spezialisiert hat. Das Angebot dieser Schule geht von musikalischer Früherziehung über traditionellen, instrumentalen Einzel- und Gruppenunterricht hin zu Ensembles, Theorie und Musiktechnologie. Rainer Linke, der Gründer und Leiter der Musikschule ist seit langem in der Youngster- und Teenbandarbeit tätig und betreut im Team das vorgestellte Projekt.

Das Musikprojekt wird nun im sechsten Jahr an der Kaiserin Augusta Schule erfolgreich angeboten. Die Kinder der Klassen 5a und 5b erhalten dabei die Möglichkeit sich zusammen mit der Anmeldung im Gymnasium für das Musikprojekt anzumelden. Die teilnehmenden Kinder müssen keine musikalische Vorbildung mitbringen, es ist sogar wünschenswert, dass sie vorher kein Instrument erlernt haben. Aus beiden Klassen wird dann eine möglichst homogene Lerngruppe mit 30 Kindern gebildet. Neben dem regulären Musikunterricht nehmen diese Kinder dann ein mal wöchentlich für eine Doppelstunde am Projekt teil. Diese Doppelstunde ist fest im Stundenplan der Kinder während des Vormittags verankert und stellt also keine Randstunde oder AG-Stunde im Nachmittagsbereich dar. Die verbleibenden Kinder aus den Klassen 5 a/b arbeiten zeitgleich in einer Kunst-AG, die von einem Kunstlehrer der Schule betreut wird.

Seit dem Schuljahr 04/05 wird das Musikprojekt von  einem Musiklehrer der Kaiserin Augusta Schule und zwei Dozenten der OffenenJazzHausSchule betreut. Dies bietet die Möglichkeit, die Kinder entsprechend in den Instrumentalgruppen Gitarre/Bass, Keyboard, Drumset zu je 10 Kindern einzuteilen und diese Lerngruppe von einem Lehrer/Dozenten leiten zu lassen.

Alle Schüler erhalten jeweils am Ende eine Benotung für ihre Teilnahme am Projekt im Rahmen einer zusätzlichen Unterrichts-AG mit den Abstufungen: mit sehr gutem Erfolg teilgenommen, mit gutem Erfolg teilgenommen, mit Erfolg teilgenmommen und teilgenommen (entspricht den Notenstufen 1-4) und zusätzlich am Ende des Schuljahres eine Bestätigung durch die Schule/Musikschule zum Einheften in die entsprechende Schulportfoliomappe des einzelnen Schülers.

Ausblick:

Nach Ablauf des Schuljahres bietet die Musikschule im Nachmittagsbereich sog. „Teenbands“ an, die für interessierte Teilnehmer des Projekts, die innerhalb einer Band weiter musizieren wollen, offen sind. Eine solche Teenband besteht aus c.a. 5-7 Teilnehmern mit den Instrumenten: E-Gitarre, E-Bass, Keyboard, Drums, Gesang. Die Bands sind für die Teilnehmer kostenpflichtig und die Proben finden in den Räumen der Schule nach dem Unterricht statt, sodass die Schüler zusätzliche Wege und Zeit sparen. Die Teenbands präsentieren ihre Arbeit dann regelmässig im Laufe des Schuljahres auf Veranstaltungen der Schule und der Musikschule.


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