Verfasst von: André J. Spang (@Tastenspieler) | 13. März 2010

Geocaching und Musikunterricht?

Geocaching? Schnitzeljagd für Erwachsene!

Was soll das denn im Musikunterricht bewirken?

Aber fangen wir vorne an. Durch einen Bekannten hörte ich von dieser Möglichkeit der aktiven Freizeitgestaltung. Man versteckt einen kleinen Behälter (üblicher Weise eine Filmdose oä.), das sogenannte „Cache“ an einem sehenswerten Ort irgendwo im Gelände, möglichst so, dass dieser Behälter nicht unbeabsichtigt gefunden wird (von den sogenannten  „Muggles„). Im Behälter befindet sich ein kleines Notizbuch, Zettel oä. (das sogenannte Logbuch). Nun nimmt man die Koordinaten des Verstecks, das geht heute mit vielen GPS-fähigen Handys, man kann die Koordinaten aber auch bei Google-Maps bestimmen was natürlich etwas ungenau werden kann. Nun kann man seinen Cache bei einem der vielen Geocaching-Dienste im Internet, möglichst mit einer kleinen Beschreibung, Bild o.ä. veröffentlichen. Die „Geocacher“ ziehen nun mit GPS-Gerät und Koordinaten bewaffnet los, finden den Cache und tragen sich im Logbuch ein, später wird der erfolgreiche Fund auch im Internet geloggt.

Vorteile: Die Geocacher lernen neue sehenswerte Orte kennen, erfahren etwas über diese Orte (z.B. geschichtliche Informationen, Anekdoten, sonstiges Wissenswertes), das Der-/Diejenige der/die das Cache versteckt im Internet darüber veröffentlicht hat und sie bewegen sich in freier Natur und haben Spaß an ihrem Hobby. Hört sich gut an…

Die Schüler fanden die Idee zunächst etwas verwunderlich.

„Ehrlich, Erwachsene machen so etwas, wie krass ist das denn?“ Aber nachdem sie ihren ersten Cache gesucht und gefunden und sogar noch ein kleines Gadget was darin war mit etwas anderem getauscht hatten (trade out – trade in), waren sie von der Idee angetan.

Also los: Wir hatten im Unterricht der Stufe 11 gerade mit einem neuen Blog zum Thema Tonräume in Köln begonnen. In diesem Blog sollten die Schüler verschiedene Veranstaltungsräume für Musik in Köln besuchen, beschreiben und vorstellen. Als kleine Zugabe wurden dann an diesen Orten auch Caches versteckt. Leider wurde aber unsere anfängliche Euphorie stark ausgebremst. Die Geocacher bedachten uns teilweise mit destruktiven Kommentaren, da sie „ihr Hobby“ nun für ein Schulprojekt missbraucht sahen, da die Caches nicht ordentlich oder an unsauberen Orten vertsteckt waren usw. Leider wurde dabei übersehen, dass es sich um ein Schulprojekt mit eben begrenzten Ressourcen und nicht oder nur teilweise vorhandenem „High Tech Equipment“ handelte. Und um die Tonräume ging es den Cachern dabei scheinbar auch gar nicht. Sie interessierten sich eher nur für die Filmdose, die es zu finden galt.

Ein weiteres und viel größeres Problem stellt die Veröffentlichung des Caches und die Veröffentlichung der Koordinaten beim Anbieter geocaching.com dar. Hier mussten wir viele Prüfungen durchlaufen und unser Vorhaben scheiterte oft an der Cache-Dichte im Stadtinnenraum Köln, da wir mit unseren Caches (z.B. Oper Köln oder Philharmonie Köln) immer den Mindestabstand zu anderen Caches in der Nähe unterschritten. Der zuständige „Cache-Reviewer“, der unser Cache freischalten musste, zeigte sich dabei leider wenig hilfsbereit bzw. ihm waren durch die Vorgaben angeblich die Hände gebunden.😦

Unser Fazit: Geocaching im Unterricht ist nur in besonderen Fällen zu empfehlen und vorher genau auf Anwendbarkeit zu Prüfen. Die dafür benötigten zeitlichen Ressourcen darf man nicht unterschätzen.

Dennoch haben wir wieder Einiges aus unseren Bemühungen gelernt, denn schliesslich gilt doch immer noch: „Versuch macht kluch“!

Allen „Geocachern“ trotzdem: Viel Spaß und Erfolg bei der Suche!


Responses

  1. He – das ist ein sehr interessanter Ansatz. Auf die Verbindung Musikunterricht-Geocaching muss man erstmal kommen… Kann man sicher weiterentwickeln. Ich denk auch grad in die Richtung nach: http://eventualitaetswabe.de/?p=478
    Lass Dich durch die Widerstände nicht entmutigen!

    • Hallo und danke für den raschen Kommentar!
      Nein, entmutigen lassen wir uns nicht. Es war ja auch kein völliger Reinfall. Die meisten Cacher fanden die Idee gut und haben den Cache „brav“ gesucht😉
      Allerdings gab es von Einigen leider wenig konstruktive Kritik und es kam mir so vor, als ob man das Ganze schlecht reden wollte – meine persönliche Einschätzung. Die Schüler haben aber sehr gut reagiert und das Ganze sehr eloquent und souverän beantwortet und hatten somit in dieser Sache einen Lernerfolg. Allerdings haben sie sich auch dazu entschlossen, die Caches wieder abzuschalten, was ich schade fand, so es doch „fremdinitiiert“ war.
      Wenn sich wieder eine Möglichkeit findet, werde ich es vielleicht erneut, diesmal aber mit anderem Ansatz versuchen.


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